Bayer-Platz wird zu einem „grünen Wohnzimmer“

Bayer-Platz wird zu einem „grünen Wohnzimmer“

Wo bis vor ein paar Jahren noch ein asphaltierter Wendehammer war, soll nun ein grüner Treffpunkt für die Bürgerinnen und Bürger in Heckinghausen entstehen. Mit einer „Urban Gardening“-Aktion wurde am Samstagnachmittag die letzte Etappe zur finalen Umgestaltung des Bayer-Platzes gestartet. Rund 70 Hobbygärtner bepflanzten dort elf Hochbeete mit Gemüse, Obst und Kräutern. Zudem wurden Beete im Rasen angelegt, in denen Lebensräume für Tiere entstehen sollen – unter anderem sollen Klee oder Senfsamen angepflanzt werden, auch ein Totholzbeet ist geplant.

Angeleitet wurden die Gartenfreunde von Michael Felstau von der Interessengemeinschaft (IG) Wuppertals Urbane Gärten. „Wir schaffen hier ein grünes Wohnzimmer fürs Quartier“, betonte der Gartenexperte. Es gehe darum, einen Platz zu schaffen, „wo man gerne zusammenkommt“. Im Vorfeld der Aktion hatte es bereits ein Treffen mit interessierten Bürgern sowie Workshops gegeben. Es sei schön, dass der Gartenbereich nun dort entstehe, wo bis vor einiger Zeit noch Asphalt gewesen sei, betonte Felstau. „Das ist jetzt hier nicht mehr der Bayer-Platz, sondern der Bayer-Park!“Die Einweihung der Gartenfläche war der Abschluss zur Neugestaltung des Bayer-Platzes. Rund 500 000 Euro hat die Maßnahme insgesamt gekostet. Das Geld wurde im Rahmen des Verfügungsfonds des Bund-Länderprogramms „Sozialer Zusammenhalt Heckinghausen“ zur Verfügung gestellt.Im Namen der Stadt lobte der Dezernent für Stadtentwicklung, Arno Minas, die Veränderungen. Heckinghausen sei der Stadtteil, der „am meisten Potenzial hat, sich in die richtige Richtung zu entwickeln“. Die Umgestaltung des Bayer-Platzes sei ein „tolles Projekt“ und ein Beispiel dafür, dass Stadtentwicklung immer auch soziale Fragen betreffe. Und das heißt eben auch, dass man sich die Hände selbst mal schmutzig machen muss. Auch Minas beteiligte sich an der Pflanzaktion, räumte allerdings auf WZ-Nachfrage ein, dass er nicht gerade mit einem „grünen Daumen“ gesegnet sei. Zudem sei das Gärtnern für ihn keine reguläre Freizeitbeschäftigung, da er zu Hause keinen Garten habe.

Bürgerinitiative will das Areal weiterhin betreuen

Vor Ort umgesetzt wurde der „Urban Gardening“-Einsatz von der evangelischen Kirchengemeinde Heckinghausen und der Bürgerinitiative „Miteinander Füreinander Heckinghausen“. Die Bürgerinitiative (BI) will das Areal nun auch weiterhin betreuen. Wer als Anwohner Interesse habe, etwas mitzugärtnern, könne sich gerne bei der BI melden (mitfuerheck@gmail.com, www.mitfuerheck.net), sagte BI-Mitgründer Günter Wahle. Das Gelände ist mit einem Zaun abgesperrt, kann von Mitgliedern aber im Grunde jederzeit besucht werden.

Der Gartenbereich liegt gegenüber der Feuerwache und neben dem neu geschaffenen Bolzplatz. Dank der großen Gitter am Bolzplatz müssen die Gartenfreunde keine tieffliegenden Bälle und Schäden in den Grünanlagen befürchten.Dabei traf das Angebot zum Gärtnern am Samstag auf eine große Resonanz: An den Hochbeeten aus Cortenstahl war kaum noch ein Platz zu bekommen, viele Bürger auch aus Familien mit sogenanntem Migrationshintergrund beteiligten sich an der Aktion. Auch viele Kinder und Jugendliche waren unter den Aktiven. Dazu zählte auch die siebenjährige Katharina, die mit ihrer Mutter gekommen war. Sie war an einem Hochbeet aktiv, das bereits von Schülern der Grundschule Meyerstraße bepflanzt worden ist. Das Einpflanzen mache ihr Spaß, hin und wieder habe sie schon bei „Oma etwas gejätet“, sagte sie mit Unterstützung ihrer MutterNoch jünger war Lilli, die im Vorschulalter ist und mit ihrer Mutter Anna Thein vorbeischaute. Man sei regelmäßig hier am Bayer-Platz zum Spielen und habe „über den Aushang von der Aktion erfahren“, erzählte Anna Thein. Dass Hochbeete angelegt werden mussten, hängt nach Angaben von Michael Felstau übrigens damit zusammen, dass der Boden möglicherweise noch kontaminiert ist, befanden sich auf dem mittlerweile ergrünten Areal doch einmal Industrie- und Gewerbebetriebe. Und weil der Umweltschutz immer mitgedacht werden sollte, mahnte der Experte auch davor, beim Einsatz im Garten Torferde zu verwenden. Torf sei neben den Wäldern einer „der größten CO2-Speicher“ in der Welt und dürfe deshalb nicht abgebaut werden.


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